Archiv für Mai 2010

Die GEMA hat nichts zu verbergen?

Montag, 31. Mai 2010

Als ich letzte Woche die Meldung “Betrugsverdacht bei der GEMA” las, dachte ich natürlich sofort an das naheliegendste Szenario, GEMA schüttet nicht an die Urheber aus. Überall liest und hört man ja von GEMA Mitgliedern, dass die GEMA nicht korrekt an ihre Mitglieder auszahlt. Das auch andere Betrugsmöglichkeiten bestehen, daran dachte ich erst gar nicht.

Nach der Pressekonferenz war klar um was es geht. Einige GEMA Mitglieder hatten über einen nicht genannten Zeitraum Live-Programm Listen bei der GEMA eingereicht, die ausgedacht waren. Der Auftritt fand also gar nicht statt. Innerhalb der GEMA wurden diese von eingeweihten Mitarbeitern, die fristlos entlassen wurden, dann wie ein gespielter live Auftritt behandelt. Gelder von Veranstaltern wurde also gar nicht eingenommen. Da aber Geld für diese “Gigs” an die Urheber überwiesen wurde, entstand der GEMA so ein direkter, nicht benannter Schaden.

Dadurch wird klar warum die GEMA selbst Strafanzeige erstattete. Die ordentlichen Mitgliedern hatten den Schaden und es war weniger an diese zu verteilen. Denn ginge es um Gelder einzelner angeschlossener oder ausserordentlicher Mitglieder, hätte die GEMA sich sicher nicht bewegt, da diese eh nur als “Systemsklaven” für die ordentlichen Mitglieder der GEMA anschaffen.

Zusätzlich war dieser Betrugsfall eine willkommene Gelegenheit für den GEMA Vorstand sich in der Öffentlichkeit als gut funktionierendes System zu präsentieren. (siehe GEMAwatch) Das war dringend nötig, da nach der Petition, die GEMA unter Druck geriet.

Der übelste Satz innerhalb der Pressekonferenz kam dann von GEMA Vorstand Heker selber. Er sagte tatsächlich mehrfach: “Die GEMA hat nichts zu verbergen”.

Dieser Satz ist nicht nur zynisch sondern auch ein Schlag ins Gesicht aller “kleinen” GEMA Mitglieder, die immer wieder, meistens ohne Erfolg, um ihre Gema-Tantiemen kämpfen müssen. Das undurchsichtige Ausschüttungssystem, das von kaum einem verstanden wird, ist so intransparent und verworren, dass es bestens für die ordentlichen Mitglieder geeignet ist, sich an den Geldern aus “nicht zuzuordnenden Einnahmen” zu bedienen. Das fatale an diesem Zustand ist, das nur ordentliche Mitglieder Einfluss auf  Änderungen im Wahrnehmungsvertrag haben.

Die GEMA hat also sehr wohl etwas zu verbergen. Sie ist undemokratisch, ungerecht und intransparent. Da hilft auch keine Pressekonferenz in der Fragen von Journalisten per eMail oder Chat gestellt werden dürfen, die man gar nicht sieht. Wer garantiert das diese Fragen auch tatsächlich von Journalisten stammen und nicht von GEMA Mitarbeitern selber. Bei mir entstand während der Pressekonferenz jedenfalls der Eindruck, dass die gestellten Fragen gezielt zur positiven Darstellung der GEMA genutzt wurden.

Einen älteren Artikel zum GEMA Problem finden Sie hier.

Hintergrundinfos zum Betrug bei der GEMA.

Betrugsverdacht bei der GEMA

Freitag, 28. Mai 2010

Das Gelder bei der GEMA verschwinden und nicht an die Urheber ausgeschüttet werden ist schon lange bekannt. Jetzt aber erst wird reagiert und 2 Mitarbeiter der GEMA des Betrugs verdächtigt.

Da stellt sich die Frage, hat die GEMA nach der Petition erst angefangen in den eigenen Reihen zu ermitteln? Oder sind die Verdächtigen Bauernopfer eines korrupten Systems?

Die ganze Angelegenheit bringt nun hoffentlich Transparenz. Das beste wäre die GEMA wird von einem unabhängigen Buchprüfer durchleuchtet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dann noch mehr betrügerische Machenschafften ans Tageslicht kommen. Es wird spannend.

Hier gehts zur Pressemeldung

Update: Habe mir gerade den Stream zur Pressekonferenz angeschaut. Es wird im U-Livebereich ermittelt. Da die ganze Veranstaltung meiner Meinung eine reine Alibi Veranstaltung war um von den eigentlichen Problemen und Unregelmäßigkeiten in anderen Bereichen abzulenken, verzichte ich hier auf eine Verlinkung.

Wer sich dafür Interessiert findet den Stream sicher über die Suchmaschine seiner Wahl. ;-)

Weiter Informationen zur GEMA gibt es auch hier im Blog

Hier noch ein passender tweet zum Thema

Buchtipp – Copy.Right.Now!

Mittwoch, 19. Mai 2010

Heute empfehle ich ein neues Buch mit dem Titel “Copy.Right.Now! – Plädoyer für ein zukunftstaugliches Urheberrecht”, herausgegeben von der Heinrich Böll Stiftung in Zusammenarbeit mit iRights.info.

18 Autoren, unter anderem auch Jens Seipenbusch, Vorsitzender der Piratenpartei, beschreiben hier wie sie sich die Zukunft des Urheberrechts vorstellen. Für Laien ist im Anhang ein kleines Glossar zu finden.

Zu bestellen ist das kostenlose Buch mit 136 Seiten im Paperbackeinband  direkt hier auf der Website der Heinrich Böll Stiftung. Einfach dort über den Kontakt ein eMail senden. Die Lieferung dauert ca. 1 Woche. Es fallen lediglich 1,50 € Versandkosten an, die per Überweisung nach Lieferung zu zahlen sind.

Wer das Porto von 1,50 € sparen möchte kann sich die Lektüre auch hier als PDF saugen.

GEMA-Petition – Mitschnitt der Anhörung

Mittwoch, 19. Mai 2010

Gestern wurde die Aufzeichnung der GEMA Petition vom 17.05.2010 auf bundestag.de gesendet. Leider ist diese Aufzeichnng nicht in der Mediathek des Bundestages zu finden.

Heute veröffentlichte die neue Musikzeitung einen Audiomitschnitt unter folgendem Link. http://piraten.in/691

(Ein bischen nach unten scrollen ;-) )

Piratenpartei sieht sich in ihrer Kritik an der GEMA bestätigt

Mittwoch, 19. Mai 2010

Pressemitteilung Piratenpartei – Veröffentlicht am 18. Mai 2010

Gestern tagte der Petitionsausschuss des Bundestages [1] und behandelte dabei auch drei Petitionen, die eine Überarbeitung der GEMA forderten. Die erfolgreichste davon hatte über 106.000 Mitzeichner gefunden. Die Piratenpartei sieht ihre Kritik an der GEMA durch den Ausschuss vollständig bestätigt und fordert den Bundestag auf, jetzt entsprechend zu handeln.

»Dies ist nun nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs in 2005 und den Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland” im Jahr 2007 das dritte Mal, dass festgestellt wird, dass das intransparente Arbeiten der GEMA den Interessen der Mitglieder widerspricht«, so Andreas Popp, Stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei. »Es ist höchste Zeit, dass den Worten nun Taten folgen. Kultur muss sich in Deutschland auch für kleine Urheber wieder lohnen.«

Vor allem der Verteilungsschlüssel der eingenommenen Gelder bedarf nach Ansicht der Piratenpartei dringender Erneuerung. Für jedes Mitglied muss klar und einfach nachvollziehbar sein, wie die eingenommenen Gelder verteilt werden. Aber auch die Mitspracherechte der über 50.000 angeschlossenen Mitglieder müssen grundlegend überarbeitet werden. Zur Zeit haben diese keinerlei Möglichkeit, auf die Arbeit der GEMA Einfluss auszuüben.

»Das Arbeitsmodell der GEMA stammt noch aus einer Zeit, als es für kleine Künstler nur schwer möglich war, ihre Rechte selbständig wahrzunehmen. Dies ist glücklicherweise heute nicht mehr so. Die GEMA muss sich nun endlich der veränderten Realität anpassen«, so Popp weiter.

Quelle: Website Piratenpartei

[1] Forderung nach grundlegender Reform der GEMA – Petitionsausschuss – 18.05.2010

Flattr – Bezahlen sie sofort!

Dienstag, 11. Mai 2010

Viel gelesen hatte ich schon über den neuen Micropayment Button von Flattr. Das machte mich neugierig. Also gab ich vor ein paar Wochen dort meine eMail Adresse an um mich auf die Interessentenliste einzutragen, da der Service noch nicht für jeden zugänglich war.

Es wurde mir mitgeteilt das beim offiziellen Start des Services sogenannte “invitecodes”(Einladungscodes) verschickt werden und man sich dann mit diesem registrieren kann.

Eben kam der Einladungscode. Nach der Anmeldung begrüßte mich dann folgende Nachricht:

Das heißt ich soll erst mal Geld an Flattr bezahlen, bevor ich diesen Dienst nutzen kann. Das Geld was ich dort hinzufüge, kann ich später dann über einen Flattr Button an User verteilen die diesen Button in ihren Blogs eingebunden habe.

Das ich erst mal selber einen Button auf meinem Blog einbinden möchte, um zu sehen ob diese Art der Bezahlung überhaupt von meinen Besuchern akzeptiert wird, bevor ich an andere Geld verteile, kommt den Betreibern nicht in den Sinn.

Aufgrund dieser Zugangsbarriere ist Flattr für mich schon von Anfang an verissen und hat einen unseriösen Ansatz. Das ist für mich auch ein Grund für diesen Dienst keine Empfehlung auszusprechen, den ich werde ihn nicht nutzen, weil er mich zwingt Geld “aufzuladen”, ohne jemals diesen Dienst genutzt zu haben.

Tschüss Flattr

Neuss – Arbeitsplatz Kunst 2010

Montag, 10. Mai 2010

Am 15.+16. Mai 2010, jeweils von 11:00 bis 18:00 Uhr, findet zum 8. Mal die Veranstaltung “Arbeitsplatz Kunst” statt.

Künstler aus Neuss und Umgebung öffnen dafür Ihre Ateliers und Werkstätten. Für Kunstinteressierte eine schöne Gelegenheit Maler, Bildhauern, Fotografen direkt in ihrer Arbeitsumgebung anzutreffen und mit ihnen Gespräche zu führen.

Weiterführende Informationen zu dieser dezentralen Veranstaltung gibt es unter www.arbeitsplatz-Kunst.de